Buchstart

Buchstart ist ein Projekt der Bürgerstiftung Celle in Zusammenarbeit mit der Bibliotheksgesellschaft.
Es möchte die frühkindliche Liebe zum Buch fördern. Kinder, die von Anfang an mit Büchern aufwachsen, sind im Vorteil Wenn sie schon früh erfahren, wie viel Spaß in Bildern und Geschichten steckt, haben sie ihr Leben lang Freude am Lesen und Lernen. Bilderbücher sind nicht nur eine große Hilfe beim Spracherwerb, sie fördern auch die Kommunikation in der Familie und bieten Trost und Geborgenheit.
Bücher sind der Schlüssel zur Bildung und zur kulturellen Teilhabe. Einem Kind die Liebe zum Buch zu vermitteln, ist ein Geschenk fürs Leben. Kinderreime, erste Fühl- und Bilderbücher, vor allem auch die liebevolle Zuwendung der Eltern beim Vorlesen können Grundlage für eine geglückte Bildung sein.
Die Idee Buchstart stammt ursprünglich aus Großbritannien, dort gibt es die gemeinnützige Organisation "bookstart" bereits seit 1992. Wir haben für uns das Projekt der Hamburger Kulturbehörde „Buchstart" zum Vorbild genommen, das dort sehr erfolgreich durchgeführt wird.
Alle Kinder in Stadt und Landkreis Celle erhalten bei der Vorsorge-Untersuchung U6 von ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin eine Buchstart-Tasche geschenkt. Darin befindet sich ein erstes Bilderbuch für die Kleinen und eine Broschüre für die Eltern inklusive einer Anleitung zum Vorlesen mit lustigen Zeichnungen sowie vielen Versen und Fingerspielen in deutsch/englisch/ türkisch/kurdisch, weiterhin ein Tisch-Set mit Kinderreimen.
Zusätzlich findet sich ein Gutschein für ein zweites Bilderbuch in der Tasche; das sich die Eltern mit ihrem Kind in der Stadtbibliothek Celle oder der Kreisfahrbücherei oder in Gemeindebüchereien abholen können. Die Büchereien kümmern sich darum, dass die Familien weiter lesen können. Mehrere Büchereien bieten für Kleinkinder kostenlose Leseausweise an, die ausgegeben werden, wenn die Eltern den Buchgutschein einlösen.
Am 29. Januar 2008, fand im Kreistagssaal in Celle die Auftaktveranstaltung statt. Festredner war Dr. Eckhard Schiffer, Chefarzt für Psychosomatische Medizin in Quakenbrück. Thema seines Vortrags: "Was hat Lesen mit der gesunden Entwicklung meines Kindes zu tun?".
Vortragsveranstaltung zum Projekt „Buchstart“ in Celle
Nachdem das Projekt „Buchstart“ seit knapp 2 Jahren in Stadt und Landkreis Celle läuft, hatten die Bürgerstiftung Celle und die Bibliotheksgesellschaft Celle gemeinsam am 19.10.2009 zu einer Vortragsveranstaltung in die Alte Exerzierhalle eingeladen.

- Vortragsveranstaltung am 19.10.2009
Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden der Bürgerstiftung Dr. Michael Polewsky und einer kurzen Projektbeschreibung durch Ingeborg Wendenburg, schilderte Prof. Dr. Martin Kirschstein den Projektverlauf aus Sicht der Kinderärzte. Die Verteilung anlässlich der U6-Untersuchung sei ideal, da bis zu 95% der Eltern diese Untersuchung wahrnehmen. Alle beteiligten Ärzte nähmen gerne den zeitlichen Mehraufwand bei der Verteilung der Taschen in Kauf, da die Förderung der Sprachentwicklung allen ein großes Anliegen sei.
Den Erfolg dieser Bemühungen konnte Diplom-Psychologin Ester Kuhlmann durch ihre wissenschaftlichen Erhebungen untermauern. Sie begleitet das Projekt „Buchstart“ in Hamburg wissenschaftlich. Ihre Studien zur Qualitätssicherungen konnten nachweisen, dass durch das Buchstart-Projekt sich Eltern mehr Zeit zum Vorlesen nehmen, dass Leserituale in den Familien entstehen und Freude an Büchern geweckt wird. Weiterführende Studien zeigten, dass der Sprachschatz der Kinder, die an Buchstart teilnehmen, signifikant höher sei als der einer Vergleichsgruppe ohne „Buchstart“.

Das Wunder des Spracherwerbs bei Kleinkindern schilderte dann Diplom-Psychologe und Buchautor Dr. Jürgen Butzkamm von der Lobetalarbeit in Celle mit seinem Vortrag anschließend sehr eindrücklich. Angefangen bei physiologischen Voraussetzungen, z.B. des Kehlkopfes bei Säuglingen, über die psychologischen Bedingungen gemeinsamer Aufmerksamkeit zwischen Eltern und Kleinkindern sowie die Fähigkeit, Grundstrukturen von Grammatik aus dem „Sprachbrei“ der Umgebung herauszufiltern, vermittelte Jürgen Butzkamm dem Auditorium eine Ahnung der Vielschichtigkeit des menschlichen Spracherwerbs.
In Ihren Dankesworten an die Referenten des Abends betonte Ingeborg Wendenburg zum Schluss, dass kein Kassetten-Recorder, kein TV-Lernprogramm den direkten sprachlichen Kontakt zwischen Eltern und ihren Kindern ersetzen könne.

