3. Neue Bänke für den Stadtfriedhof
- 26. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Bürgerstiftung fördert Projekt der Jugendbauhütten / Nachwuchswerbung für Handwerk

Von Gunther Meinrenken
Hehlentor. Das Kriegsgräberfeld rund um die sogenannte Trüllersäule auf dem Stadtfriedhof ist ein Ort des Gedenkens an die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs und der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten. Jetzt können Besucher des Gräberfeldes zum Verweilen auf Bänken Platz nehmen. Möglich wurde dies durch das Engagement der Celler Bürgerstiftung.
Die ersten beiden Exemplare der Doppelbänke sind am 8. Mai zum 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs aufgestellt worden. Gefertigt wurden sie durch die Jugendbauhütte Helmstedt, ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, das von den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten unterstützt wird.
„Zu uns kommen Jugendliche im Alter zwischen 16 und 26 Jahren, die später etwas im Handwerk machen wollen, aber noch nicht genau wissen, in welche Richtung sie gehen wollen, oder die später studieren möchten und vorher noch etwas Praktisches machen wollen“, erklärt Fachanleiter Hanno Alsen. Vorbild dieses Modells waren mittelalterliche Bauhütten, in denen gemeinsam gearbeitet und gelebt wurde.
Heute lernen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen traditionelle Handwerkstechniken, Stil- und Materialkunde und Grundlagen der Denkmalpflege. Sie entwickeln eigene Projekte und sind auf Baustellen, in Archiven, in der Garten- und Denkmalpflege, Schlössern oder auch auf dem Feuerschiff Elbe 1 im Einsatz. Vorausgesetzt, ihr Vorhaben hat etwas mit Denkmalpflege zu tun – so wie die Bänke, die auf dem Celler Stadtfriedhof aufgestellt werden.
Die Bänke bestehen aus Lerchenholz. „In einem Workshop wurden von den FSJlern unterschiedliche Entwürfe ausgearbeitet“, erklärt Alsen. Bei dem Entwurf, der letztlich realisiert wurde, besticht besonders, dass die Form des Daches der gegenüberliegenden Friedhofskapelle aufgenommen wurde. „Die Bänke sind bewusst zurückhaltend gestaltet worden. Sie werden jetzt noch beige und mit einem Grauton gestrichen. Wir benötigen ungefähr zwei Wochen für eine Bank. Ein Exemplar ist etwas aufwändiger, hier werden die beiden Bänke mit einem Rosenbogen verbunden“, sagt Alsen.
Das Material für die Celler Bänke hat die Bürgerstiftung bezahlt. „Wir finden es gut, wenn in Kooperationsprojekten gedacht wird. Zudem lernen die Jugendlichen, umfassend ein Projekt auf die Beine zu stellen. Das ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von jungen Menschen“, sagt Regina Haut, stellvertretende Vorsitzende der Bürgerstiftung. Und Vorstandsmitglied Eva Stork ergänzt: „Die neuen Bänke an der Trüllersäule auf dem Stadtfriedhof sind ein gemeinsames Projekt der Jugendbauhütte Helmstedt, der Stadt Celle und der Bürgerstiftung. Junge Menschen werden an alte Handwerkskünste herangeführt, sie entwerfen und bauen die Bänke weitgehend eigenverantwortlich. Vielleicht können wir so einen kleinen Beitrag zur Nachwuchswerbung für das Handwerk leisten.“
Die Bürgerstiftung Celle feiert ihren 20. Geburtstag. Unter dem Motto „20 Jahre Bürgerstiftung – 20 Geschichten“ stellt die Cellesche Zeitung die umfangreiche Arbeit und die Projekte der Bürgerstiftung in einer Serie vor. Los geht’s mit den Bänken für den Stadtfriedhof.
Quellenangabe: Cellesche Zeitung vom 13.05.2026, Seite 11



