top of page

1. „Gutes tun tut einfach gut“

  • 28. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen


Vorsitzende Martina Fragge spricht über die Arbeit der Bürgerstiftung Celle


Seit November 2023 ist Martina Fragge Vorsitzende der Bürgerstiftung Celle.    Foto: David Borghoff
Seit November 2023 ist Martina Fragge Vorsitzende der Bürgerstiftung Celle. Foto: David Borghoff

Die Bürgerstiftung Celle feiert in diesem Jahr ihr 20‑jähriges Bestehen. Gegründet von engagierten Celler Bürgerinnen und Bürgern, hat sie sich von Beginn an stetig weiterentwickelt und ist nun eine Stiftung, die aus dem Celler Kultur- und Bildungsleben nicht wegzudenken ist. Seit November 2023 ist Martina Fragge (64) Vorsitzende der Bürgerstiftung Celle. Sie folgte Axel Lohöfener nach. Zuvor war Fragge 40 Jahre in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der VGH Stiftung tätig und hat diese – zuletzt als stellvertretende Geschäftsführerin – mit aufgebaut. Gemeinsam mit vier Vorstandsmitgliedern – Regina Haut, Stellvertreterin, Gudrun Stiekel, Schatzmeisterin, Eva Stork und Sascha Fuchs – führt sie die Bürgerstiftung Celle. Im Interview mit CZ-Redakteur Gunther Meinrenken spricht sie über die Arbeit der Bürgerstiftung.

Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Wie werden Sie feiern?

Vielen Dank für die Glückwünsche! Wir wollen das Jubiläum nutzen, um die von uns geförderten und initiierten Projekte in den Fokus zu rücken. Denn das ist ja Kern unserer Arbeit, Initiativen anderer zu befördern und zu unterstützen. Wir sind der Überzeugung, dass die Bürgerstiftung Celle und ihr Tun über ihre Vorhaben am besten im Bewusstsein der Cellerinnen und Celler verankert wird. Und dann freuen wir uns natürlich auf den Bürger-Brunch am 6. September und auf den Festakt in der Stadtkirche am 9. Oktober, 17 Uhr, zu dem wir alle Bürgerinnen und Bürger herzlich willkommen heißen.

Was war der Auslöser für die Gründung der Bürgerstiftung?

Eine Gruppe von 21 engagierten Celler Persönlichkeiten und einige Unternehmen aus Stadt und Landkreis haben die Grundlage für dieses Engagement zum Wohle der Gemeinschaft gelegt. „Die Zeit war reif, die Idee einer Stiftung umzusetzen“ – sagte Axel Lohöfener, seinerzeit Sparkassen-Vorstand, dessen Arbeitgeber die Vorbereitung der Gründung maßgeblich unterstützt hat. Die Gründerinnen und Gründer wollten Lücken schließen, um die sich Einzelpersonen nicht wirksam kümmern können, weil es dazu größerer Unterstützung bedarf. Am 9. Oktober 2006 gründete sich die Bürgerstiftung. Den Vorsitz des Stiftungsrates übernahm Helga Oltrogge, den Vorsitz des Vorstandes Michael Polewsky; ihm folgte 2016 Axel Lohöfener nach.

Sind heute noch Gründungsmitglieder aktiv?

Ja, in der Tat sind noch Gründungsmitglieder aktiv. Gudrun Stiekel ist seit 20 Jahren im Vorstand verantwortlich für die Finanzen unserer Stiftung. Im Stiftungsrat ist Christiane Pfingsten von Beginn an aktives Mitglied. Auch sie hat die Stiftungsgründung seinerzeit begleitet. Andere Personen aus den Gründungsjahren kümmern sich um unsere wichtigen Projekte wie Bürger-Basar und Bürger-Brunch oder stehen regelmäßig helfend bei anderen Vorhaben zur Seite.

Welchen Zielen hat sich die Bürgerstiftung verschrieben?

Von Anfang an hat die Bürgerstiftung Celle ihren Schwerpunkt in der Bildung und Erziehung gesehen, gefolgt von Kunst und Kultur. Weitere Förderbereiche sind Denkmal- und Umweltpflege, Völkerverständigung sowie Integration und Migration. Besonders gut gefallen uns Projekte, die mehrere Förderbereiche miteinander verbinden. So sind Vorhaben, die sich der Vermittlung kultureller Inhalte widmen, wie beispielsweise die Museumspädagogik oder das Jugendprogramm des Schlosstheaters, ideal, da sie sowohl an unsere Kultur heranführen als auch Bildungsaspekte berücksichtigen. Das Schlagwort „kulturelle Teilhabe“ für alle füllt sich bei vielen der von uns geförderten oder initiierten Vorhaben mit Inhalt.

Wie wählt die Bürgerstiftung die Projekte aus, die gefördert werden?

Wir freuen uns über eine persönliche Kontaktaufnahme und dann über Anträge, die problemlos über unsere Webseite eingereicht werden können. Das beantragte Vorhaben muss natürlich in unsere Förderziele passen, ausgewogen finanziert und möglichst nachhaltig sein. Nachdem der Antrag bei uns eingereicht wurde, entscheidet der fünfköpfige Vorstand über eine mögliche Förderung. Abgesehen davon, ob der Antrag zu uns passt, ist natürlich entscheidend, dass unsere Budgets eine Unterstützung noch hergeben.

Wie finanziert sich die Bürgerstiftung?

Die finanziellen Mittel der Bürgerstiftung fußen auf drei Säulen: Zum einen ist das Stiftungskapital zu nennen, das dank mehrerer Erbschaften inzwischen bei rund 2,6 Millionen Euro liegt. Dieses Grundstockvermögen muss dauerhaft unangetastet bleiben – Förderungen sind ausschließlich aus den Erträgen möglich. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Teil der Zinserträge dem Inflationsausgleich dient, um den realen Wert des Kapitals langfristig zu sichern. Nur die darüber hinausgehenden Mittel stehen für die Projektförderung zur Verfügung.

Eine zweite wichtige Säule sind regelmäßige Spenden von Unternehmen sowie von engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Diese fließen entweder gezielt in einzelne Projekte oder stärken das Stiftungskapital. Die dritte Säule bildet der Bürger-Basar, mit dem die Bürgerstiftung alle zwei Jahre rund 30.000 Euro erwirtschaftet.

Insgesamt liegt die jährliche Fördersumme bei etwa 60.000 Euro. Seit ihrer Gründung konnte die Bürgerstiftung bereits Fördermittel in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro für gemeinnützige Projekte in der Region bereitstellen – ein deutliches Zeichen für das langfristige Engagement vor Ort. Wir freuen uns sehr über Zustiftungen und auch über die Berücksichtigung der Bürgerstiftung im Rahmen von Nachlässen: Beides bietet eine nachhaltige Möglichkeit, das Gemeinwohl langfristig zu stärken und das Engagement der Stiftung dauerhaft zu sichern.

Wie viele Unterstützer hat die Bürgerstiftung, wie steht es um den Nachwuchs?

Es sind mehr als einhundert Personen, die uns regelmäßig tatkräftig unterstützen, vor allem bei unseren großen Events Bürger-Basar und Bürger-Brunch. Auch bei einzelnen Vorhaben widmen sie ihre freie Zeit, um die Projekte voranzubringen. Dazu kommen der Vorstand und der Stiftungsrat, die jeweils aus fünf Personen bestehen. Bemerkenswert ist, dass alle ehrenamtlich tätig sind.

Wir freuen uns immer über weitere Menschen, die Interesse an unserer Arbeit haben und mitmachen wollen. Besonders über die, die gerade in den Ruhestand verabschiedet werden. Oft fragt man sich in diesem Lebensabschnitt, womit die Tage sinnvoll gefüllt werden können. Da haben wir ein Angebot: Gerade im Vorstand können wir gut weitere Verstärkung gebrauchen. Um uns kennenzulernen, empfehle ich, einfach mal zum Stammtisch zu kommen. Wir treffen uns an jedem dritten Dienstag im Monat im Thaer`s. Alle Infos findet man auf unserer Webseite. Ganz ehrlich: Neben der Arbeit macht es viel Spaß im Miteinander, denn „Gutes tun tut einfach gut!“

bottom of page