Engagement zahlt sich aus
- 25. Juli
- 4 Min. Lesezeit

Astrid Rathey und Carola Gonet sprechen über ihren Einsatz für die Bürgerstiftung Celle
Von Gunther Meinrenken
Sie gehören zu den Mitgliedern der ersten Stunde: Carola Gonet und Astrid Rathey haben die Bürgerstiftung Celle mit aufgebaut. Im Interview mit CZ-Redakteur Gunther Meinrenken sprechen sie über die Anfänge, ihre Projekte und ihre Motivation.
Wie sind Sie zur Bürgerstiftung gekommen?
Astrid Rathey und Carola Gonet: Wir sind von Anfang an dabei. Wir gehörten beide zum Initiativkreis, der im Hause der Sparkasse Celle unter der Federführung von Michael Polewsky und Axel Lohöfener die Grundlagen für die Bürgerstiftung erarbeitete. In dem Projekt haben wir die Strukturen und Grundsätze der Bürgerstiftung diskutiert und festgelegt. Dabei hat uns der Grundsatz „von Bürgern für Bürger“ geleitet. Auf dieser Basis wurde am 9. Oktober 2006 die Bürgerstiftung Celle aus der Taufe gehoben.
Was reizt Sie besonders, sich bei der Bürgerstiftung zu engagieren?
Astrid Rathey: Mein ehrenamtliches Engagement für die Bürgerstiftung erfüllt mich mit Freude. Ich arbeite gerne aktiv in Projekten mit, was aber während meiner beruflichen Tätigkeit oft nicht so möglich war, wie ich es mir wünschte. Aktiv war ich beim alljährlichen Weihnachtsmarkt dabei, oder auch in Kooperation mit der Sparkasse und der Deka habe ich zwölf Golfturniere organisiert und die daraus erzielten Erlöse von insgesamt 35.000 Euro sind über die Jahre an die Bürgerstiftung übergeben worden. Erfolg ist das Ergebnis von Taten, nicht von Worten, das ist eine meiner Leitlinien.
Carola Gonet: Die Bürgerstiftung gibt den Rahmen. In diesem Rahmen kann ich frei entscheiden, welche Ideen ich einbringen oder welche Aufgaben ich übernehmen möchte. Es macht mir Spaß, mit Menschen zusammen ein Thema zu durchdenken, zu strukturieren und zu gestalten. Dabei ist man nicht nur bei der Entstehung gefragt, sondern auch bei der tatsächlichen Umsetzung. Am Ende zahlt sich das Engagement aus, in der Freude aller Teilnehmenden und in dem positiven Ergebnis, das wir sinnvoll für soziale Projekte einsetzen können.
Welchen Umfang hat Ihre ehrenamtliche Arbeit für die Bürgerstiftung? Womit beschäftigen Sie sich hauptsächlich?
Astrid Rathey und Carola Gonet: Wir beide verantworten seit ein paar Jahren in der Doppelspitze den Bürger-Brunch und den Bürger-Basar zusammen mit einem großartigen Orgateam. Da gibt es natürlich viel zu tun, zu organisieren und vorzubereiten. Etwa neun Monate vor der jeweiligen Großveranstaltung starten wir mit dem ersten Treffen und je näher der Termin rückt, umso arbeitsintensiver wird es.
Astrid Rathey: Manchmal kommt es mir wie ein Halbtagsjob vor. Diverse Genehmigungen einholen, das Rahmenprogramm gestalten, Sponsoren finden und über die Veranstaltungen informieren, um eine hohe Teilnehmerzahl zu erreichen – das alles kostet viel Zeit.
Carola Gonet: Gut, dass wir im Orgateam Verantwortlichkeiten abstimmen und uns sehr gut aufeinander verlassen können. Insbesondere wenn es Engpässe gibt oder Probleme auftauchen, setzen wir uns zusammen und finden gemeinsam eine gute Lösung. Genau diese zielführende Zusammenarbeit ist es auch, die allen Freude macht. Obwohl wir die beiden Großveranstaltungen jetzt schon zum wiederholten Mal begleiten, ergeben sich immer wieder neue Herausforderungen und Änderungen, die wir im Blick haben müssen.
Astrid Rathey: Zusätzlich zu den beiden Großveranstaltungen habe ich im Juni mit meinem Mann und einigen aus dem Orgateam ein Charity-Golfturnier organisiert. Alle waren Gewinner – die Teilnehmer, die Bürgerstiftung und die Kreisjugendfeuerwehr, denn mit den Erlösen konnten wir ein Projekt fördern. Das war nur mit unserem Hauptsponsor – der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg – möglich und der Kooperation mit der Deka.
In diesem Jahr feiert die Bürgerstiftung ihren 20. Geburtstag. Das soll besonders gewürdigt werden. Da gibt es natürlich noch viel mehr zu tun und zu organisieren.
Astrid Rathey und Carola Gonet: Im Oktober findet der Festakt in der Stadtkirche statt, hier laufen die Vorbereitungen gerade auf Hochtouren. Es wird also nicht langweilig.
Sind Sie noch anderweitig ehrenamtlich aktiv?
Astrid Rathey: Ich bin darüber hinaus noch Pressewart beim Golfclub Bergen-Hohne.
Carola Gonet: Ich bin Schatzmeisterin im Rotary Club Celle-Schloss und dem dazugehörigen Förderverein.
Welche Bedeutung hat für Sie persönlich Ihr ehrenamtliches Engagement?
Astrid Rathey: Als ich in den Ruhestand ging, war für mich klar: Jetzt kann ich wieder etwas mehr für die Bürgerstiftung tun. Wie heißt es so schön: „Tue Gutes …“. Unsere Welt wäre um vieles besser, wenn jeder seinen kleinen Beitrag dazu leisten würde. Und was ist die schönste Freude und Dank für mich, auch wenn man sich manchmal „etwas quälen“ muss? Das sind die leuchtenden Augen der Menschen am Ende einer Veranstaltung, wenn jeder glücklich und zufrieden nach Hause geht.
Carola Gonet: Ich mag Menschen und ich packe gerne mit an. Beide Vorlieben gehen wunderbar zusammen mit meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Bürgerstiftung Celle. Als wir die Bürgerstiftung ins Leben gerufen hatten, konnte ich mir noch gar nicht so richtig vorstellen, wie sie sich entwickeln würde. Rückblickend ist genau das entstanden, was beabsichtigt war: Bürger engagieren sich für ihre Mitbürger. Und das Ganze in einem offenen System. Jeder ist eingeladen, dabei zu sein und mitzumachen. Mir persönlich beschert mein ehrenamtliches Engagement viele gute Gespräche und Begegnungen mit Menschen, Freunden, Bekannten und mir bisher unbekannten Personen – das empfinde ich als spannend und sehr bereichernd.
Quellenangabe: Cellesche Zeitung vom 30.07.2026, Seite 12



