Fleißige Helfer beim Bürger-Basar
- 28. Mai
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Aktualisiert: vor 7 Stunden
Verkauf von gespendeten Artikeln ist eine der Haupteinnahmequellen für die Celler Bürgerstiftung
Von Gunther Meinrenken

Celle. Das Herz von Klaus Didschies schlägt für Christbaumschmuck. Eine Leidenschaft, von der seit ein paar Jahren auch die Celler Bürgerstiftung profitiert. Der 72-Jährige betreut bereits seit 2017 den Stand mit dem Oster- und vor allem Weihnachtsschmuck beim Bürger-Basar. Er erkennt auf Anhieb, ob die Engel oder Weihnachtsbaumkugeln „in China gefertigt wurden oder ob es sich um echte Raritäten handelt“.
Besonders angetan haben es ihm Figuren aus dem Erzgebirge. „Ich habe zwölf Figuren von meiner Mutter geerbt. Mittlerweile umfasst meine Sammlung 1200 Exemplare“, erzählt Didschies, der seit Jahrzehnten in der Celler Politik aktiv ist.
Unter anderem deswegen habe ihm bisher immer die Zeit gefehlt, richtig bei der Bürgerstiftung einzusteigen. „Ich bin aber ab und zu beim Stammtisch und unterstütze das tatkräftig.“ Letzteres vor allem beim Bürger-Basar.
Der Bürger-Basar ist eine der Haupteinnahmequellen für die Bürgerstiftung. Alle zwei Jahre können die Celler gut erhaltene Gegenstände abgeben. In der alten Kraftwerkshalle an der Hafenstraße werden sie sortiert und ansprechend für den Verkauf präsentiert.
Darauf legt auch Didschies großen Wert. Er hat seinen Stand stets liebevoll dekoriert. „Ich habe mir einen Weihnachtsbaum aus Kunststoff besorgt, den ich mit einer Spitze und Kugeln schmücke. Allein der Aufbau macht mir schon großen Spaß und ich denke, dass er auch die Kaufbereitschaft steigert“, erzählt er.
Hinter dem Bürger-Basar steckt ein enormer Aufwand. „Insgesamt sind an den Annahmetagen, den Aufbautagen und den Verkaufstagen über 100 ehrenamtliche Helfer im Einsatz“, sagt Astrid Rathey vom Orga-Team. Die Zusammenarbeit vor Ort mache unglaublich viel Spaß, der Enthusiasmus der Unterstützer sei ansteckend.
Dass am Ende die Kasse stimmt, darauf achtet auch Didschies. „Es sind jedes Mal wertvolle Figuren dabei, die darf man natürlich nicht verschleudern. Das sind wir auch den Spendern schuldig“, so der 72-Jährige, der glücklich ist, „wenn der Geldbeutel am Ende gut gefüllt ist. Das ist ja der Sinn und Zweck des Bürger-Basars. Wenn es sich gelohnt hat, gehe ich zufrieden nach Hause.“
Zufrieden über das Ergebnis war die Bürgerstiftung im vergangenen Jahr. Üblicherweise werden durch den Verkauf der von Cellern gespendeten Artikel um die 30.000 Euro erlöst. „Beim letzten Mal kamen etwa 40.000 Euro zusammen. Das war außergewöhnlich und lag vor allem auch an der guten Qualität der Artikel, die angeliefert wurden“, erklärt Rathey. Ein schöner Erfolg für die Bürgerstiftung, ist doch der Bürger-Basar neben den Spenden eine der Hauptsäulen der Einnahmen, mit denen die unterschiedlichsten Projekte gefördert werden.

Für kräftige Einnahmen sorgen auch Petra und Thomas Knoke. Und das schon seit Jahren. Das 76 und 78 Jahre alte Ehepaar ist von Anfang an als Helfer beim Bürger-Basar dabei. Petra Knoke kann sich noch gut an diese Zeit erinnern. „Damals fand der Verkauf im Schloss statt. Die Sachen wurden teilweise bei den Spendern abgeholt. Dann haben wir in einem heißen Dachgeschoss auf dem Gelände der CD-Kaserne die Artikel sortiert. Wir waren vielleicht sechs Leute. Das war sehr anstrengend. Wir haben alles angenommen, haben uns nicht getraut, Spenden abzulehnen. Mit einem Lkw wurden die Gegenstände dann zum Schloss gefahren“, so Petra Knoke.
„Ich habe anfangs nur getragen, habe Plakate aufgestellt und Bänke geschleppt. In den Verkauf bin ich später hereingerutscht und habe schnell Geschmack daran gefunden“, erzählt Thomas Knoke. Das Ehepaar kümmert sich beim Bürger-Basar um die Bilderabteilung.
Vor dem Verkauf werden die Kunstwerke vom Kunstverein, in dem auch Petra Knoke Mitglied ist, in Augenschein genommen, um einen fairen Preis für die Kunden zu ermitteln.
„Es ist unglaublich, welche Summe aus den kleinen Beiträgen zusammenkommt“, freut sich Petra Knoke jedes Mal, wenn die Abrechnung gemacht wird. Ihr Mann betont noch einen anderen Aspekt, der die mittlerweile vielen freiwilligen Helfer zusammenschweißt. „Je länger ich hier mitmache, je begeisterter bin ich. Über 80-Jährige schleppen schwere Bücherkisten, hier kommen Leute aus den unterschiedlichsten Verhältnissen zusammen. Es ist eine große Freude, mit allen zusammenzuarbeiten. Das bewegt mich auch heute noch sehr.“
Quellenangabe: Cellesche Zeitung vom 15.07.2026, Seite 11



