Kreativität statt Kriegserlebnisse
Bürgerstiftung Celle fördert Kunstworkshops bei „Kultur trif(f)t“
Von Gunther Meinrenken
Celle. Arbeiten mit Speckstein, aus Erdnüssen Rehe basteln, ein Knusperhäuschen konstruieren, Bilder mit Acryl- oder Ölfarben malen oder ein kreatives Angebot zum Thema „Frida Kahlo“ – in den Kinderworkshops bei „Kultur trif(f)t“ gibt es eine Fülle von Aktionen. Gefördert wird das Projekt von der Bürgerstiftung Celle.
„Wir haben vor fünf Jahren mit den Workshops begonnen“, berichtet Sabine Schöllchen, Vorsitzende von „Kultur trif(f)t“. Damals seien viele Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zu den Aktionen gekommen, die von einer Studentin angeboten wurden. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder bei uns ein zweites Zuhause haben, in dem die Kriegserlebnisse in den Hintergrund treten“, betont Schöllchen.
Als die Studentin sich anderweitig orientierte, wurden die Kunstprojekte auf mehrere Schultern von ehrenamtlichen Helfern verteilt. Der Kreis der Teilnehmer ist enorm gewachsen. „Wir haben eine Liste von etwa 100 Kindern, die regelmäßig die Angebote wahrnehmen“, sagt Schöllchen.
Geleitet wird der Kinder-Kreativ-Bereich von der Kunsttherapeutin und -pädagogin Kristina Lucau, die über jahrelange berufliche Erfahrung als klinische Kunsttherapeutin mit allen Altersgruppen verfügt. Ihre Schwerpunkte sind Specksteinworkshops, Acrylmalkurse, Zeichenkurse und Filzen.
„Die Kinder sind bei uns in professionellen Händen. Auf Alter, Entwicklung, Bedürfnisse und kreative Fähigkeiten der Kinder wird Rücksicht genommen und sie werden von uns positiv bestärkt“, beschreibt Lucau das Credo des Angebots. Grundsätzlich werde in den regulären Kursen immer eine künstlerisch-kreative Technik angeboten.
„Wir möchten die Kreativität und Fantasie der Kinder fördern. Kunst und Kreativität sind hier handgemacht und nicht digital. Die Kurse laden zum Experimentieren und zum Einsetzen oder Erweitern der Ressourcen der Kinder ein“, so Lucau weiter. Die Angebote richten sich an alle Nationen, die in Celle zu Hause sind.
Das Angebot für die Kinder und Jugendlichen passt genau zum Förderungsprofil der Bürgerstiftung Celle. „Bei diesem Programm verbinden sich Kultur und Bildung auf ideale Weise – ohne soziale Schranken erleben Kinder ihre Kreativität und werden dadurch in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt“, erklärt Martina Fragge, Vorsitzende der Bürgerstiftung, warum das Projekt unterstützt wird.
Quellenangabe: Cellesche Zeitung vom 01.09.2026, Seite 9



