Ein Feuerwerk der Ideen für die Stadtgesellschaft
Aktualisiert: vor 2 Stunden
20 Jahre Bürgerstiftung Celle: 1,4 Millionen Euro flossen in soziale und kulturelle Projekte / 240 Gäste beim Festakt in der Stadtkirche
Es war ein Fest des Ehrenamtes, des freiwilligen und unentgeltlichen Engagements für andere Menschen, gewesen. Aber zugleich feierten die 240 versammelten Gäste am frühen Freitagabend (9. Oktober) in der Stadtkirche St. Marien auch das Feuerwerk an zündenden Ideen der Bürgerstiftung Celle. Mit diesen fördert die Stiftung Menschen jeden Alters in Celle und stützt so die Gemeinschaft und das Wohlbefinden der Geförderten.
Die Bürgerstiftung beging ihre Gründung vor genau 20 Jahren. Anlässlich dieses Jubiläums hatten der Vorstand und der Stiftungsrat zu dem Festakt eingeladen. Unter den Gästen waren Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU), Kreisrätin Wiebke Wietschel und Superintendentin Andrea Burgk-Lempart. Sie hatte zu diesem Fest die Stadtkirche geöffnet und war zugleich Festrednerin.
Hier das Programm











Am 9. Oktober 2006 unterzeichneten die Gründerinnen und Gründer die Stiftungsurkunde. Ein Jahr zuvor hatten sie sich zusammengefunden: „21 Persönlichkeiten, dazu eine Handvoll Unternehmen, die das Gründungskapital zusammenbrachten.“ So sagte es die Vorstandsvorsitzende Martina Fragge in ihrer Begrüßungsrede. 130.000 Euro betrug das Startkapital, heute sind es 2,6 Millionen Euro. Die Fördersumme der vergangenen 20 Jahre beträgt 1,4 Millionen Euro, ermöglicht vor allem aus Spenden.
Dank der zahlreichen Förderinnen und Förderer und der über 150 engagierten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer konnte die Stiftung durch zahlreiche Projekte ihr Ziel verwirklichen: Sie fördert die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen, bringt Menschen zusammen, wirkt nachhaltig gegen Einsamkeit, schafft Teilhabe und stärkt so beständig und das seit nun zwei Jahrzehnten das bürgerschaftliche Miteinander in der Residenzstadt.
Ein Video zeigte die beeindruckende Vielfalt der Förderprojekte. „Jugendprojekte stehen nach wie vor im Fokus der Bürgerstiftung“, betonte Fragge. Allein in sie sei ein Drittel der Mittel geflossen. So entstanden der Museumsbus und die Instrumentalklassen als „Ideen der Bürgerstiftung“.
Höhepunkte auch im gesellschaftlichen Leben der Stadt sind der Bürgerbrunch und der Bürgerbasar, die im jährlichen Wechsel viele hundert Menschen zusammenbringen. Auch so kommen Spenden zusammen, die die Hilfe der Bürgerstiftung ermöglichen.
Oberbürgermeister Nigge sprach seinen Dank für die „tolle Arbeit“ aus, die die Stiftung für die Stadtgesellschaft und besonders auch an den Schulen leiste. Wäre die Bürgerstiftung ein Mensch, sie hätte die Charaktereigenschaften „gütig, selbstbewusst, engagiert, zielstrebig und ehrgeizig“: So brachte es Kreisrätin Wietschel auf eine Frage von Lorin Kinik auf den Punkt. Sie ist Schülerin der Berufsbildenden Schulen III und seit 2025 durch das generationsübergreifende Projekt „Granfluencer“ bei der Bürgerstiftung.
Ehrenamt gibt beiden Seiten etwas, den Helfenden und den Geförderten. Auch das sei ein Gewinn, betonte Superintendentin Andrea Burgk-Lempart in ihrer Festansprache. Sie fasste allgemeine wissenschaftliche Erkenntnisse, kritische Stimmen und die Zukunft des freiwilligen und unentgeltlichen Engagements in Deutschland zusammen.
Fast 37 Prozent der Menschen bundesweit ab 14 Jahren engagieren sich ehrenamtlich. „Sich zu engagieren, ist ein Booster gegen Ohnmachtsgefühle“, so Burgk-Lempart. Und: „Es ist ein Gewinn für das Leben.“ Ziel sollte sein, nicht möglichst viel für jemanden zu tun, sondern ihm viel Selbstständigkeit und Teilhabe zu ermöglichen. Die Superintendentin warnte – auf das wichtige gesellschaftliche Thema allgemein blickend – zugleich: „Ehrenamt darf nicht zum Ersatz für professionelle Arbeit werden.“ Und: „Wie viel gesellschaftlich notwendige Arbeit darf eigentlich davon abhängen, dass Menschen sie unbezahlt erledigen?“ Burgk-Lemparts Fazit: „Ehrenamt ist unbezahlbar im Wert. Und unverzichtbar für unser Miteinander.“
Der mehrfach prämierte „Juventis-Jugendchor“ unter Leitung von Stephan Doormann begleitete das Festprogramm musikalisch. Genauso wie das Ensemble „StreetSpirit“ mit Catrin Anne Wiechern, der Leiterin der Kreismusikschule, und Claas-Johann Voß. Einer der emotionalen Höhepunkte war die berührende Musikdarbietung von Flavia Dashi an der Blockflöte als Solistin. Für die Elfjährige war es ihr erster Auftritt vor großem Publikum. Auch Flavias musikalische Förderung unterstützt die Bürgerstiftung – wie die vieler Kinder und Jugendlicher in Celle.
Textquelle: CZ 12.10.2026 Marion von Imhoff Fotos: Juri Genrichs
Hier noch ein paar Eindrücke der Veranstaltung.



